Länderinformationen

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Haiti

Allgemeines

Hauptstadt

Port-au-Prince.

Geographie

Haiti liegt im und gebirgigen Westteil der Insel Hispaniola, der zweitgrößten Antillen-Insel. Der Ostteil der Insel wird von der Dominikanischen Republik eingenommen. Zum Staatsgebiet von Haiti gehören die Île de la Gonâve im gleichnamigen Golf und die Insel La Tortue nördlich der Hauptinsel. Die Küste bietet Buchten und Strände im Wechsel mit subtropischer Vegetation. Der Naturhafen von Port-au-Prince liegt an einer tiefen, hufeisenförmigen Bucht.

Regierung

Präsidialrepublik seit 1987. Verfassung von 1987. Zweikammerparlament: Abgeordnetenhaus mit 82 Mitgliedern, Senat mit 27 Mitgliedern. Unabhängig seit 1804 (ehemalige französische Kolonie).

Staatsoberhaupt

Jovenel Moïse, seit Februar 2017.

Regierungschef

Interim-Premierminister: Jean Michel Lapin, seit März 2019.

Elektrizität

110 V, 60 Hz.

Zeitzone

Eastern Standard Time: MEZ -6 (MEZ -5 vom 10 März bis 3 November 2019)

Übersicht

Bergige Landschaft und tropisches Klima sind Zutaten, die Haiti zu einer Urlaubsdestination machen könnten, aber Jahrzehnte der Armut, Krisenanfälligkeit und Gewalt, besonders seit den 1980er Jahren, haben dies fast vollständig unmöglich und Haiti zum ärmsten Land der Amerikas gemacht.
Haiti teilt sich die Insel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik.
Unter der brutalen Diktatur von Francois 'Papa Doc' Duvalier und seinem Sohn Jean-Claude ('Baby Doc') wurde politischer Widerspruch systematisch ausgerottet und politische Gegner eingesperrt oder umgebracht. Als Jean-Bertrand Aristide 1990 gewählt wurde, sah es für Haiti besser aus, aber kurze Zeit später wurde er von der Armee gestürzt.
Wirtschaftliche Sanktionen und ein US-Militäreingriff verhalfen dem Land zwar 1994 zu einer verfassungsmäßigen Regierung, aber die Situation verbesserte sich auf Grund von Vorwürfen des Wahlbetrugs und der andauernden Folter und Brutalitäten nicht.

Anreise

Anreise mit dem Flugzeug

Die nationalen sowie britische und US-amerikanische Airlines fliegen von Deutschland, Östereich und der Schweiz aus über London oder Paris und New York. Air France (AF) bietet Flüge von Paris nach Port-au-Prince über Miami oder New York an. Lynx Air fliegt von Miami nach Cap Haitien, Copa Airlines (CM) (www.copaair.com) fliegt ebenfalls von amerikanischen Destinationen über Panama nach Port-au-Prince.

Ausreisegebühr

Eine Ausreisesteuer muss bei der Ausreise auf dem Luft- und Landweg bezahlt werden. Die meisten internationalen Fluglinien haben diese in die Ticketpreise integriert. Bei kleineren Fluglinien (z. B. nach Santo Domingo) kann es jedoch vorkommen, dass die Steuer am Flughafen bar in US-Dollar verlangt wird.

Die Ausreisesteuer bei Flugreisen ist oft schon im Preis des Flugtickets enthalten. 

Ausreisesteuer auf dem Landweg: Ca. 30 US$ plus 600,-Gourdes.

Bei den regelmäßigen zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik verkehrenden Buslinien ist die Ausreisesteuer im Fahrschein enthalten. Bei individueller Anreise sollten Reisende dennoch über ausreichend Bargeld in USD und haitianischen Gourdes verfügen.




 

Anreise mit dem Pkw

Es gibt Busverbindungen in die Dominikanische Republik.

Anreise mit dem Schiff

Haiti wird von mehreren Kreuzfahrtschifflinien, darunter Royal Caribbean, angelaufen. Die wichtigsten Häfen sind Port-au-Prince, Cap Haïtien und Labadee.

Vor Ort unterwegs

Unterwegs mit dem Flugzeug

Es gibt Flugverkehr mit Caribintair zwischen Port-au-Prince und den Provinzstädten Haitien, Hinche, Pingnon und Dame Marie. Buchungen sollten vor dem Abflug bestätigt werden, da Stornierungen oder Verspätungen vorkommen. Privatcharter ist ebenfalls möglich.

Unterwegs mit dem Auto/dem Bus

Es herrscht Rechtsverkehr. Allwetterstraßen gibt es von Port-au-Prince nach Cap Haïtien und Jacmel. Fahrten in das Landesinnere sind aufgrund des schlechten Straßenzustands zeitraubend; vor Nachtfahrten wird wegen erhöhter Gefahr von Unfällen und Überfällen abgeraten. Besonders gefährlich ist die Hauptstadt Port-au-Prince.

Fernbus:
Von Port-au-Prince fahren Busse nach Cap Haïtien, Jacmel, Jérémie, Hinche, Les Cayes und Port de Paix. Die Verbindungen sind unregelmäßig.

Taxi:
Kombiwagen (Camionettes) verbinden Port-au-Prince mit Pétionville sowie einigen anderen Städten.

Mietwagen
können in Port-au-Prince und Pétionville sowie am Flughafen und in den Hotels gemietet werden. Außerhalb von Port-au-Prince ist Benzin nur schwer erhältlich. Die Kennzeichen offizieller Mietwagen beginnen mit einem L.

Unterlagen:
Internationaler Führerschein.

Unterwegs in der Stadt

Die farbenfrohen Tap-taps fahren in Port-au-Prince zu Einheitsfahrpreisen, sind aber oft überfüllt.

Taxis
haben keine Taxameter, aber Preise für bestimmte Strecken sind von der Regierung festgelegt. Auf allen anderen Strecken sollte man den Fahrpreis im Voraus vereinbaren. Nummernschilder von Taxis fangen mit »P« an. Sammeltaxis (Publiques), die mit einem rotan Band am Rückspiegel gekennzeichnet sind, sind am preiswertesten. Man kann Taxis für Ausflüge stunden- oder tageweise mieten.

Unterwegs mit dem Schiff

Von Port-au-Prince aus werden Segelbootfahrten zu den Stränden angeboten, besonders reizvoll ist eine Fahrt im Glasbodenboot über das Sand Cay Reef.

Fracht- und Passagierschiffe
pendeln zwischen Jérémie, Cap-Haïtien und Port-au-Prince.

Reisewarnung

Überblick

Stand - Fri, 28 Jun 2019 17:45:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Fri, 28 Jun 2019 17:40:49 +0200)

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Verfolgen Sie Nachrichten und Wetterberichte
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen"
- Folgen Sie uns auf Twitter: AA_SicherReisen
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Letzte Änderungen:
Neustrukturierung
Redaktionelle Änderungen und Ergänzungen

Sicherheit

Von nicht erforderlichen Reisen nach Haiti wird derzeit abgeraten.

Terrorismus

Innenpolitische Lage

Von nicht erforderlichen Reisen nach Haiti wird derzeit abgeraten.
Die politische und soziale Lage im Land ist sehr angespannt. Seit Februar 2019 haben landesweite Protestaktionen weiter zugenommen, mit denen der Rücktritt des Präsidenten erzwungen werden soll. Nach kurzfristiger Beruhigung haben sich im Juni 2019 Proteste erneut verschärft.
Es kommt regelmäßig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, auch mit Schusswaffengebrauch, und Straßenblockaden. Auch die Zufahrt zu den internationalen Flughäfen Port-au-Prince und Cap Haitien kann zeitweise blockiert  sein. Die Polizei ist nicht immer in der Lage, Sicherheit und Ordnung wirksam herzustellen.

  • Informieren Sie sich vor Bewegungen im Lande über lokale Medien, einschließlich sozialer Medien.
  • Vermeiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Das allgemeine Kriminalitätsniveau ist hoch. Vor allem in Port-au-Prince sind Ausländer, die grundsätzlich als wohlhabend gelten, bevorzugte Opfer von Raubüberfällen. Besonders bei und nach der Erledigung von Bankgeschäften, aber auch nach Einbruch der Dunkelheit in der Nähe von höherklassigen Restaurants kommt es zu gezielten bewaffneten Überfällen. Auch auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt werden Ankommende oft zu Opfern von Gewalttaten. Daneben existiert auch die allgemeine Straßenkriminalität, deren Opfer eher zufällig ausgewählt werden.

  • Vermeiden Sie soweit möglich Bargeldabhebungen bei Banken und nutzen Sie stattdessen Kreditkarten.
  • Bei unaufschiebbarem Bargeldbedarf nutzen Sie Geldautomaten in den großen Supermärkten, die besser bewacht sind.
  • Verwahren Sie Wertsachen möglichst an einem sicheren Ort (Hotelsafe) und lassen Sie sie nicht im Auto liegen.
  • Achten Sie besonders auf Ihre Reisepapiere (Pass, Ticket, etc.). Das Mitführen von Kopien reicht z.B. bei Ausflügen meist aus.
  • Vermeiden Sie die Ankunft am Flughafen nach Einbruch der Dunkelheit und lassen Sie sich möglichst von einer Vertrauensperson abholen. Teilen Sie ihre Ankunftsdaten nur wenigen zuverlässigen Personen mit.
  • Verzichten Sie insbesondere in Port-au-Prince auf die Nutzung von Sammel- und Motorradtaxis und gehen Sie nicht zu Fuß.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keine Gegenwehr und vermeiden Sie eine Gewalteskalation.
  • Vermeiden Sie in jedem Fall einen Aufenthalt in folgenden Vierteln von Port- au-Prince, die weitgehend von kriminellen Banden kontrolliert werden: Cité Soleil, Martissant, Carrefour, Bel Air, Cité Militaire und Jean-Marie Vincent..

Naturkatastrophen

In Mexiko, in Zentralamerika, der Karibik und den südlichen Bundesstaaten der USA ist von Juni bis Ende November Wirbelsturmsaison.

Haiti liegt in einer seismisch aktiven Zone, so dass mit Erdbeben gerechnet werden muss. An den Küsten können nach Seebeben auch Tsunamis auftreten.

Reiseinfos

Sprache

Grundkenntnisse in Französisch, zur Not auch Englisch oder Spanisch, sind für Reisen nach Haiti unabdingbar. Der überwiegende Teil der haitianischen Bevölkerung spricht jedoch ausschließlich haitianisches Kréol, eine Mischung aus Französisch und afrikanischen Sprachen.

Infrastruktur/Verkehr

Die offiziellen Grenzübergänge zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti sind nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Es muss mit stundenlangen Wartezeiten und unangekündigten Schließungen der Grenze sowie mit Demonstrationen auf beiden Seiten der Grenze gerechnet werden. Der illegale Grenzübertritt ist strafbar und lebensgefährlich.

Statt Warndreiecken verwendet man in Haiti grüne Zweige, die in einigem Abstand vor einem Pannenfahrzeug auf der Straße liegen und zur Vorsicht mahnen.

Die gesamte Infrastruktur des Landes (Gesundheitssystem, Straßennetz, Telekommunikation, Wasser- und Energieversorgung etc.) funktioniert nur eingeschränkt.

Die Mobilfunkabdeckung ist in den Städten meist gewährleistet, jedoch nicht in ländlichen Gebieten.

  • Seien Sie bei Überlandfahrten besonders vorsichtig. Überholmanöver an unübersichtlichen Stellen sind keine Seltenheit.
  • Vermeiden Sie Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Wenn Sie allein unterwegs sein sollten, hinterlassen Sie im Hotel oder bei Bekannten Hinweise zur Reiseroute, -dauer und Erreichbarkeit.
  • Kehren Sie um, wenn Sie an eine Straßenblockade kommen, die erkennbar nicht von der Polizei kontrolliert wird; warrten Sie nicht in unmittelbarer Nähe auf die Räumung einer solchen Blockade.

Führerschein

Der Internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

LGBTIQ

In Haiti herrscht eine latente Homophobie, die sich insbesondere gegen eine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen richtet. Im Alltag sind allerdings keine gegen Ausländer gerichteten Diskriminierungen bekannt geworden. Allerdings liegt dem Parlament derzeit ein Gesetzentwurf vor, der homosexuelle Ehen ausdrücklich untersagen würde und die Befürwortung dieser Ehen unter Strafe stellen würde. Ob und wann dieser Entwurf verabschiedet werden wird ist derzeit offen.

Strafrecht

Der Besitz, der Konsum und der Handel mit Drogen werden hart bestraft. Mit langen Gerichtsverfahren und Haftstrafen unter sehr schlechten Bedingungen sind bei Strafverfolgung zu rechnen.

  • Vermeiden Sie unter allen Umständen, Briefe, Päckchen etc. für andere Personen mit über die Grenze zu nehmen und transportieren Sie sie auch nicht innerhalb des Landes, ohne deren Inhalt zu kennen.

Geld/Kreditkarten

Gesetzliches Zahlungsmittel ist der Haitianische Gourde-HTG. Daneben ist eine Bezahlung in US-Dollar häufig möglich. Euro oder andere Währungen werden nur in Ausnahmefällen akzeptiert. Beschaffung von HTG kann in Port-au -Prince und einigen Provinzstädten an Geldautomaten erfolgen, die allerdings nicht immer zuverlässig funktionieren. Auf Märkten und kleineren Lokalen erfolgen Preisangaben zum Teil in Dollar, wobei damit die Fiktivwährung haitianischer Dollar gemeint ist (1,- haitianischer Dollar = 5,- Gourdes).

Internationale Kreditkarten werden in den größeren Hotels, Restaurants und in den großen Supermärkten der Hauptstadt akzeptiert.

  • Heben Sie Haitianische Währung mit Kreditkarten an Bankautomaten der großen Supermärkte ab oder tauschen Sie dort US-Dollar gegen HTG.
  • Bringen Sie eine gewisse Menge Bargeld in US-Dollar mit.

Einreise und Zoll

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass:  ja
  • Vorläufiger Reisepass: nein
  • Personalausweis: nein
  • Vorläufiger Personalausweis: nein
  • Kinderreisepass: ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindesten sechs Monate gültig sein.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten kein Visum. Bei Ankunft müssen ein Einreiseformular und eine Zolldeklaration ausgefüllt werden. Ein Abschnitt des Einreiseformulars muss bei der Ausreise wieder vorgelegt werden.

Ein Flugschein für die Weiter- bzw. Rückreise muss ebenfalls vorliegen.

Für Aufenthalte von mehr als drei Monaten Dauer müssen Sie vor der Einreise ein Visum bei der zuständigen haitianischen Auslandsvertretung beantragen.

Ein- und Ausreise

Touristen und Geschäftsreisende müssen bei Einreise eine Tourismussteuer in Höhe von 10,- US-Dollar zahlen. Diese Steuer kann alternativ auch in Euro oder kanadischen Dollar (jeweils 10,-) bezahlt werden.

Bei Ausreise werden Steuern/Gebühren erhoben. Diese sind bei den internationalen Fluglinien im Ticketpreise integriert. Auf dem Landweg ist die Steuer an der Grenze zu zahlen, zuletzt 30,-US-Dollar plus 600,-Gourdes. Bei den regelmäßigen zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik verkehrenden Buslinien wird sie ebenfalls mit dem Fahrschein bezahlt.

  • Füllen Sie die Einreiseformulare vollständig aus und bewahren Sie den abgestempelten Abschnitt des Formulars für Ihre ausreise gut auf.
  • Bei individueller Anreise auf dem Landweg sollten Sie ausreichend Bargeld in kleiner Stückelung mitführen, um die Einreisegebühren passend bezahlen zu können.

Minderjährige

Es sind keine besonderen Bestimmungen für die Einreise von Minderjährigen bekannt.

Einfuhrbestimmungen

Dem Auswärtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor. Teilweise werden in Haiti Produkte von Tieren angeboten, die dem internationalen Artenschutzabkommen unterliegen und deren Einfuhr in die EU und die meisten anderen Staaten unter Strafe verboten ist. 

Gesundheit

Aktuelles
Cholera

Cholera kann in Haiti über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen werden. Nur ein kleiner Teil, der an Cholera infizierten Menschen, erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden, klinischen Verlauf, siehe auch Merkblatt Cholera. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die Cholera und die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden (s.u.).
Eine Cholera-Impfung ist verfügbar. Die Indikation für eine Impfung sollte abhängig vom individuellen Risikoprofil vor Einreise mit einem Tropen- oder Reisemediziner besprochen werden. Eine relevante Exposition ist z.B. eine geplante Tätigkeit in Krankenhäusern und Flüchtlingslagern oder bei offensichtlich zu erwartenden Lebensumständen ohne sichere Trinkwasser- und Lebensmittelversorgung.

Einige Grundregeln zur Hygiene vor Ort:
- Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen.
- Unterwegs zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen.
- Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, selbst schälen oder desinfizieren.
- Fliegen unbedingt von Verpflegung fern halten.
- Hände so oft wie möglich mit Seife waschen, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen. Einmalhandtücher verwenden.

Die WHO hat im Januar 2019 einen fehlenden Impfschutz gegen Masern zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Eine Überprüfung und ggf. Ergänzung des Impfschutzes gegen Masern für Erwachsene und Kinder wird daher spätestens in der Reisevorbereitung dringend empfohlen.

Impfschutz

Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich. Dies gilt für alle Reisenden ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, siehe auch www.who.int. Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen.
Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen.
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster (Gürtelrose).
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Typhus, Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Cholera (s. u.) empfohlen.

Zika-Virus-Infektion

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Haiti mit einer möglichen Übertragbarkeit von Zika-Viren klassifiziert, d.h. Kategorie 1 bzw. 2 der aktuellen WHO-Einteilung, auch wenn u.U. aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden.
Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.
In Anlehnung an die derzeitigen WHO-Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. WHO-Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmten Merkblatt Zika-Virus des Gesundheitsdienstes.

Leptospirose

Ganzjährig kann die Leptospirose vereinzelt durch mit Nagetiersekreten kontaminiertes u.a. Wasser übertragen werden. Diese bakterielle Infektion verläuft meist wie ein milder grippaler Infekt, kann in seltenen Fällen jedoch auch zu schwerwiegender Beteiligung der Leber und Nieren führen.
Bei zu erwartender Exposition kann im Einzelfall nach sorgsamer Risikoabwägung durch einen Reise- bzw. Tropenmediziner eine medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin erfolgen.

Malaria

Ganzjährig geringes Risiko im ganzen Land unter 600m, auch in den Städten. Minimales Risiko in Port-au-Prince. Erreger ausschließlich p. falciparum.
Eine Chemoprophylaxe oder Notfallmedikation kann im Einzelfall nach reisemedizinischer Rücksprache sinnvoll sein.
Persönliche Mückenschutzmaßnahmen werden in jedem Fall empfohlen (s. u.).

Dengue-Fieber

Dengue wird landesweit durch den Stich der tagaktiven Mücke Aedes aegypti übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gliederschmerzen einher.
In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.
Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen (s. u.).

Chikungunya

Aktuell gibt es, ausgehend von der Insel St. Martin im Januar 2014 wie in anderen Gebieten der Karibik auch, inzwischen bestätigte Erkrankungsfälle von Chikungunya in Haiti.
Chikungunya zeigt ähnliche Symptome wie Dengue-Fieber (s.o.) und wird ebenfalls über Aedes-Mücken übertragen, so dass in jedem Fall die u.g. persönlichen Mückenschutzmaßnahmen beachtet werden sollten.
Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
- ganzkörperbedeckende, helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- Insektenschutzmittel tagsüber (Dengue, Zika), abends und nachts (Malaria) auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
- unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.
Siehe dazu auch das Merkblatt Expositionsprophylaxe.

HIV/AIDS

Durch ungeschützte sexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Medizinische Versorgung

Das Angebot zur Gesundheits- und Notfallversorgung ist in der Hauptstadt und insbesondere in ländlichen Gebieten unzureichend, d.h. in der Regel nicht mit europäischen technischen und hygienischen Standards vergleichbar.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise

Pass- und Visabestimmungen

Nationalitäten

 Pass erforderlichVisum erforderlichRückflugticket erforderlich
TürkeiJaNeinJa
DeutschlandJaNeinJa
ÖsterreichJaNeinJa
SchweizJaNeinJa
Andere EU-LänderJaNeinJa

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Visainformationen

Nicht erforderlich für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen für folgende, in der obigen Tabelle genannten Länder:

EU-Länder, Schweiz und Türkei.

Bei Ankunft in Haiti muss ein Einreiseformular ausgefüllt und bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Die Gebühr für dieses bei der Einreise erhältliche Touristenvisum beträgt 30 US$. Bei der Einreise wird außerdem eine Tourismussteuer in Höhe von 10 US$ erhoben.

Kosten

Einreiseformular für Touristen: 30 US$. 

Besuchervisum für Aufenthalte von über 3 Monaten: 30 €.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Transitreisende, die mit dem gleichen oder dem nächsten Anschluss am selben Tag weiterreisen, den Transitraum nicht verlassen und über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen, benötigen kein Visum.

Antrag erforderlich

Besuchervisum für Aufenthalte von über 3 Monaten:

(a) 2 Antragsformulare.
(b) 2 Passbilder.
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist.
(d) Ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt (Hotelvoucher, Bankbestätigung, Firmenschreiben, Einladung aus Haiti o. Ä.).
(e) Gebühr (per Verrechnungscheck bei Antragstellung).
(f) Einschreiben-Rückumschlag für die Zustellung des visierten Passes plus 5 € für das Porto.

Temporärer Wohnsitz

Informationen von der Botschaft.

Bearbeitungsdauer

ca. 2 Wochen. 

Benötigte Dokumente bei der Einreise

Rück- bzw. Weiterreiseticket, ausgefülltes Einreiseformular, das 30 US$ kostet, und Zolldeklaration sowie Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist. 

Einreise mit Kindern

Deutsche: Maschinenlesbarer Kinderreisepass mit Lichtbild oder eigener Reisepass.

Österreicher: Eigener Reisepass.

Schweizer: Eigener Reisepass.

Türken: Eigener Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Einreisebeschränkungen

Das bei der Einreise ausgefüllte Einreiseformular muss bei der Ausreise vorgelegt werden. 

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Visainformationen

Nicht erforderlich für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen für folgende, in der obigen Tabelle genannten Länder:

EU-Länder, Schweiz und Türkei.

Bei Ankunft in Haiti muss ein Einreiseformular ausgefüllt und bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Die Gebühr für dieses bei der Einreise erhältliche Touristenvisum beträgt 30 US$. Bei der Einreise wird außerdem eine Tourismussteuer in Höhe von 10 US$ erhoben.

Gesundheitsvorsorge

Impfungen

Vaccination identifierBesondere Vorsichtsmaßnahmen
Gelbfieber1
Cholera3
Gesundheitszeugnis erforderlich
Typhus & PolioJa-
Essen & Trinken4-
Malaria2-

Übersicht

Die medizinischen Einrichtungen sind begrenzt, die hygienischen Verhältnisse ungenügend.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit Rückholversicherung wird dringend empfohlen.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

Anmerkungen Impfungen

[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Haiti den Flughafen nicht verlassen.

[2] Malariaschutz ganzjährig erforderlich in bewaldeten Gebieten von Gros Morne, Hinche, Maissade, Chantal und Jacmel. In den anderen Kantonen ist das Malariarisiko gering. Port-au-Prince ist malariafrei. Es kommt fast ausschließlich die gefährlichere Form Plasmodium falciparum vor. Empfehlung: Mückenschutz und Notfallmedikation.

[3] Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung. Das Risiko einer Infektion ist sehr hoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[4] Landesweit besteht ein erhöhtes Risiko für Darminfektionen. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Ansonsten sollte das Trinkwasser abgekocht sein. Bei Reisen ins Landesinnere sollte genügend Trinkwasser in Flaschen mitgeführt werden. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Milchprodukte aus ungekochter Milch sollten vermieden werden; ebenso Schweinefleisch, rohe Salate und Mayonnaise. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Vor dem Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten, die als Delikatessen in Speiserestaurants angeboten werden, ist wegen möglicher Algenvergiftung Vorsicht geboten.

Andere Risiken

Bilharziose-Erreger können in manchen Teichen und Flüssen vorkommen, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Die durch Stechmücken übertragene Virusinfektion Chikungunya kommt vor. Konsequenter Schutz vor Insekten wird empfohlen.  

Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor (Hauptübertragungszeit: August bis Februar). Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz.

Ebenfalls landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Reisende reduzieren die Übertragungsgefahr, wenn sie einen wirksamen Insektenschutz benutzen.

Hepatitis A und B treten auf. Impfschutz gegen Hepatitis A wird empfohlen, bei Langzeitaufenthalten und bei Kindern und Jugendlichen auch gegen Hepatitis B.

Haiti hat die höchsten HIV/Aids-Durchseuchungszahlen in der Karibik: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Tollwut kommt vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fieber, Gelenkschmerzen und eine Bindehautentzündung. Häufig bleibt die Infektion unbemerkt oder verläuft nur mit milden Symptomen. Bisher dokumentierte, vereinzelte Todesfälle standen überwiegend mit anderen Vorerkrankungen in Zusammenhang. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von nicht zwingend notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab, weil das Virus im Verdacht steht, bei Ungeborenen Mikrozephalie zu verursachen.
Es existiert weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Eine konsequente Einhaltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen wird empfohlen.

Geld

Währung

1 Gourde = 100 Centimes. Währungskürzel: Gde, HTG (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 1000, 500, 250, 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Gde. Münzen in den Nennbeträgen 5 und 1 Gde sowie 50, 20, 10 und 5 Centimes.
Anmerkung: Preisangaben erfolgen überwiegend nicht in Gourdes, sondern in Dollar, wobei stets der so genannte haitianische Dollar gemeint ist (1 haitianischer Dollar entspricht 5 Gourdes).

Kreditkarten

Kreditkarten (Visa, Mastercard und American Express) werden teilweise in größeren Hotels, Restaurants und in größeren Supermärkten in der Hauptstadt, ansonsten eher selten, akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
 

Geldautomaten

Bankkarten
 
Mit der Kreditkarte und Pinnummer kann an Geldautomaten Geld abgehoben werden. Zur Sicherheit sollten Reisende stets über eine alternative Geldversorgung wie zum Beispiel Bargeld verfügen. Weitere Informationen von Banken und Geldinstituten.
Achtung: Reisende, die mit ihrer Bankkundenkarte im Ausland bezahlen und Geld abheben wollen, sollten sich vor Reiseantritt bei ihrem Kreditinstitut über die Nutzungsmöglichkeit ihrer Karte informieren.

Geldautomaten, die jedoch nicht immer funktionieren, sind in der Hauptstadt und einigen Provinzstädten zu finden. Sicherheit beim Abheben bieten Geldautomaten in bewachten Supermärkten.

Reiseschecks

Sollten in US-Dollar ausgestellt sein und werden vor allem in Banken akzeptiert.

Öffnungszeiten der Bank

Mo-Fr 08.30-16.00 Uhr. Einige Banken öffnen auch Samstag vormittags.

Devisenbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung und von Fremdwährungen ist unbegrenzt. Deklarationspflicht besteht bei Beträgen über 200.000 Gde.

Geldwechsel

US-Dollar werden überall gewechselt und als Zahlungsmittel anerkannt. Andere Fremdwährungen können nur in einigen Banken gewechselt werden. Es ist ratsam, Bargeld (US-Dollar) in ausreichender Menge und ausgewogener Stückelung mitzubringen. Geldwechsel ist auch bei Straßenhändlern möglich, jedoch ist hier Vorsicht geboten und es sollten nur kleinere Beträge gewechselt werden.

Wechselkurse

EUR1 = HTG69.68
GBP1 = HTG82.98
USD1 = HTG67.00

Sprache

Überblick

Französisch und Kreolisch (Mischung aus Französisch, Englisch, Spanisch und westafrikanischen Sprachen) sind Amtssprachen. Sie werden von rund 85% der Bevölkerung gesprochen. In Touristengebieten wird häufig auch Englisch gesprochen.

Öffentliche Feiertage

Liste der gesetzlichen Feiertage

2019

  • 01 Jan Unabhängigkeitstag
  • 02 Jan Totengedenktag
  • 04 Mar - 05 Mar Fasching
  • 14 Apr Pan-Amerika-Tag
  • 19 Apr Karfreitag
  • 01 May Tag der Arbeit
  • 18 May Flaggen- und Universitätstag
  • 30 May Christi Himmelfahrt
  • 20 Jun Fronleichnam
  • 15 Aug Mariä Himmelfahrt
  • 17 Oct Todestag von Dessalines
  • 24 Oct Tag der Vereinten Nationen
  • 01 Nov Allerheiligen
  • 02 Nov Allerseelen
  • 25 Dec Weihnachten

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Folgende Artikel können im Handgepäck zollfrei nach Haiti eingeführt werden (Personen ab 18 J.):
200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 1 kg Tabak;
1 l Spirituosen;
eine angemessene Menge Parfüm und Eau de Toilette für den persönlichen Gebrauch;
neue Waren für den persönlichen Gebrauch bis zu einem Gesamtwert von 2500 Gde pro Jahr.
Geschenke sind zollpflichtig.

Verbotene Importe

Schusswaffen (ausgenommen sind Sportgewehre mit Einfuhrlizenz), Kaffee, Streichhölzer, Methylalkohol, Schweinefleisch, Fleischprodukte aus Brasilien und der Dominikanischen Republik.

Kontaktadressen

Botschaft der Republik Haiti

(auch für die Schweiz zuständig)

(+33) (01) 47 63 47 78. Konsularabt.: (+33) (01) 42 12 70 50.

http://www.ambassadehaitifrance.org/consulat-haiti-france.php

http://www.ambassadehaitifrance.org/consulat-haiti-france.php

Mo-Fr 09.00-17.00 Uhr.

Rue Théodule-Ribot 10

F-75017 Paris

France

Botschaft der Republik Haiti

(auch für Österreich zuständig)

(+41) (022) 732 76 28.

Mo-Fr 09.30-13.00 und 14.00-17.00 Uhr.

Rue de Monthoux 64

CH-1201 Genève

Switzerland

Konsulat der Republik Haiti

(mit Visumerteilung)
Termine nur nach Vereinbarung.

(044) 381 69 89.

Forchstrasse 182

CH-8032 Zürich

Switzerland

Honorarkonsulat der Republik Haiti

(ohne Visumerteilung)
 

(+43) (01) 943 53 63.

Prinz Eugen Strasse 56/16

A-1040 Wien

Austria

Botschaft der Republik Haiti

Honorarkonsulat in Bremerhaven.

(030) 88 55 41 34. Konsularabt.: (030) 88 62 76 93.

https://www.embassyofhaitigermany.org/

https://www.embassyofhaitigermany.org/

Mo-Fr 09.00-16.00 Uhr.

Uhlandstr. 14

D-10623 Berlin

Germany

Wirtschaft

Geschäftsetikette

Dolmetscherdienste können in der Regel vermittelt werden. Geschäftsreisende werden normalerweise vom einheimischen Geschäftspartner zum Essen eingeladen und sollten eine Gegeneinladung aussprechen. Auf Pünktlichkeit wird Wert gelegt. Geschäftsreisen legt man am besten in die Monate November bis März.

Geschäftszeiten:
Mo-Fr 08.00-16.00 Uhr.

Geschäftskontakte

Handelsabteilung der Ständigen Vertretung von Haiti
64 Rue de Monthoux, CH-1201 Genf
Tel: (022) 732 76 28.

Chambre Haïtienne de Commerce et d'Industrie (Industrie- und Handelskammer)
Cité de l'Exposition, Boulevard Harry Truman, Boîte Postale 982, Port-au-Prince
Tel: 222 86 61.

Chambre Franco-Haïtienne de Commerce et d'Industrie
Holiday Inn Plaza, Suite 327, Port-au-Prince
Tel: 223 84 04, 223 84 24.

Kommunikation

Telefon

Selbstwählferndienst.

Mobiltelefon

GSM-Netz wurde vor kurzem eingeführt, Netzbetreiber ist Haïtel (Internet: www.haitelonline.com). Mobiltelefone können vor Ort gemietet werden.

Internet

In größeren Städten gibt es Internetcafés. Internetanbieter sind Compa (Internet: www.compa.net), InterMediaExPress (Internet: www.intermediahaiti.com/ixp) und Netcom.

Post

Luftpost nach Europa benötigt bis zu einer Woche. Das Hauptpostamt in Port-au-Prince, Cité de l'Exposition, befindet sich am Place d'Italie. Öffnungszeiten der Postämter: Mo-Fr 08.00-20.00 Uhr und Sa 08.30-12.00 Uhr. Briefe, die nach 09.00 Uhr abgegeben werden, werden erst am folgenden Werktag weiterbefördert.

Radio

Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0228) 429 32 08. Internet: www.dw-world.de) anzufordern.

Sehenswürdigkeiten

Jacmel und die Südküste

Auf der gut ausgeschilderten Bergstraße ist die Fahrt nach Jacmel ein angenehmer Zweistundenausflug durch eine atemberaubende Landschaft. Die Südküste bietet zahlreiche Strände; die hoch in den Bergen gelegene Stadt Kenscoff ist bei Einheimischen als Urlaubsort beliebt.

Cap Haïtien und die Nordküste

Am Heiligabend des Jahres 1492 strandete Kolumbus an der Küste Hispaniolas, nicht weit vom heutigen Cap Haïtien. Das Wrack der Santa Maria liegt ganz in der Nähe. Heutzutage kann Cap Haïtien in 40 Flugminuten von der Hauptstadt aus erreicht werden. Die Stadt liegt am Fuß von Bergen und ist umgeben von Stränden. Die Zitadelle im Gebirge 40 km südlich von Cap Haïtien und die Ruinen des Palastes Sanssouci ganz in der Nähe sind ein Muss. Beide sind von Milot aus erreichbar. Die Ruinen verdeutlichen den Einfluss, den Versailles auch auf dieses »Sanssouci« ausgeübt hat.

Port-au-Prince

Die Hauptstadt Port-au-Prince hat über 750.000 Einwohner. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören der Marché de Fer, die beiden Kathedralen, das Kunstmuseum, die Statue des Unbekannten Sklaven und die Häuser und Villen aus der Zeit um die Jahrhundertwende mit ihrer kuriosen Mischung verschiedener Architekturstile. Eines von ihnen ist heute das Musée Defly. Der Hügelvorort Pétionville ist ruhiger und bietet einige der besten Restaurants, Galerien und Nachtklubs der Stadt.

Einkaufen

Überblick

Auf dem Marché de Fer gibt es einheimische Waren unterschiedlicher Qualität, z. B. Schnitzereien, bedruckte Stoffe, Lederartikel, Gemälde (besonders die berühmte naive Malerei), Strohhüte, Halsbänder und Schmuck aus Obstkernen, Zigarren und Lebensmittel. Port-au-Prince bietet eine gute Auswahl an Geschäften und Boutiquen mit einem reichhaltigen Angebot an einheimischen und importierten Artikeln. Handeln ist üblich. Öffnungszeiten der Geschäfte: i. A. Mo-Fr 08.00-12.00 und 13.00-16.00 Uhr, Sa 08.00-13.30 Uhr.

Nachtleben

Einleitung

Das Angebot ist vielfältig und reicht von Spielkasinos über afrikanische Trommelmusik bis zu westlicher Musik und Tanz. Abends finden in mindestens einem der großen Hotels Veranstaltungen statt, die Hauptattraktionen sind Folkloregruppen und Aufführungen von Voodoo-Tänzen und Gesängen. Samstag nachts wird auf den Freiluftbühnen der Volkstanz Bamboche aufgeführt.

Kulinarisches

Übersicht

Neben französischer Küche findet man kreolische Spezialitäten, französische, tropische und afrikanische Einflüsse werden auf interessante Art miteinander verbunden. Zu empfehlen sind Guineahuhn mit saurer Orangensoße, Tassot de dinde (getrocknetes Truthahnfleisch), Grillot (Schweinefleisch), Diri et djondjon (Reis mit schwarzen Pilzen), Riz et pois (Reis mit Erbsen), Langouste flambé (flambierter Hummer), Ti malice (kleine Banane), Piment oiseau (scharfe Soße) und Grillot et banane pese (Koteletts mit Bananen). Zum verlockenden Angebot an Süß- und Nachspeisen gehören Süßkartoffelpudding, Mangokuchen, frisches Kokosnusseis, Cashewnüsse und frisches Obst. Getränke: In besseren Restaurants wird französischer Wein angeboten. Das Inselgetränk ist jedoch Rum. Der einheimische Barbancourt wird in Haitis ältester Brennerei gebrannt.

Kultur

Religion

Überwiegend römisch-katholisch (80 %) und Protestanten (16 %), im April 2003 wurde auch der Voodoo-Kult in Haiti als offizielle Religion anerkannt. Etwa 70 % der Bevölkerung gelten als Voodoo-Anhänger. Obwohl Voodoo besonders im westlichen Religionsverständnis oft mit »Schwarzer Magie« gleichgesetzt wird, handelt es sich um eine polytheistische Religion mit Tanzritualen und Gesängen.

Soziale Verhaltensregeln


Zwanglose Kleidung wird akzeptiert, Badekleidung gehört an den Strand oder Swimmingpool. Nur in sehr eleganten Restaurants wird Abendgarderobe erwartet. Wegen der Gefahr von Raubüberfallen sollten Wertsachen nicht zur Schau gestellt werden, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit ist größte Vorsicht angebracht. Fotografieren: Die ablehnende Haltung zahlreicher Haitianer dagegen sollte unbedingt respektiert werden. Trinkgeld: Hotels und Restaurants berechnen 10%. Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld.

Klima

Beste Reisezeit

Tropisch mit periodisch auftretenden Regenfällen ganzjährig; in Höhenlagen wesentlich kühler, an den Küsten sehr schwül.

Grafiken

Climate

Climate Chart
© Columbus Travel Media Ltd

Bilder

Haiti

Haiti fishermen
© Photos.com / Thinkstock

Parc

Parc Macaya, Haiti
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The

The Citidel, Haiti
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Haiti

Haiti beach
© iStockphoto / Thinkstock

Tropical

Tropical beach paradise in Haiti
© Creative Commons / LucasTheExperience